Hinweise und Tipps

Sie hatten noch kein arbeitsrechtliches Problem bzw. waren noch nicht bei einem Anwalt und wissen daher nicht, was Sie erwartet? Im Folgenden erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Tipps und Hinweise in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese Informationen nur eine allgemeine Orientierung bieten. Sämtliche Informationen sind nur allgemeiner Art und ersetzen nicht die konkrete Rechtsberatung im Einzelfall durch einen Rechtsanwalt.


Damit wir Ihr Anliegen schnellstmöglich und umfassend prüfen können, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Gesprächstermin vereinbaren
    Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Gespräch. Bei dieser Gelegenheit können Sie uns Ihr arbeitsrechtliches Anliegen schildern. Gegebenenfalls erhalten Sie bereits am Telefon hilfreiche Hinweise und Tipps zu Ihrem Anliegen. Da es im Arbeitsrecht viele Fristen gibt, die eventuell auch in Ihrem Fall einzuhalten sind, sollten Sie nicht zu lange mit Ihrem Anruf warten.
  • Sachverhalt aufschreiben und Unterlagen zusammenstellen
    Notieren Sie sich in Stichpunkten und chronologischer Reihenfolge, was passiert ist und was aus Ihrer Sicht von Bedeutung sein könnte. Sofern Zeugen vorhanden waren, schreiben Sie diese mit Namen und Anschrift auf. So ist sicher, dass Sie unserem Gespräch nichts vergessen.

Stellen Sie zudem alle Unterlagen zusammen, die Ihr Anliegen betreffen. In der Regel sind folgende Unterlagen wichtig:

  • Arbeitsvertrag (nebst aller ergänzenden Unterlagen)
  • Kündigungsschreiben (nebst Briefumschlag, denn das Datum des Poststempels kann wichtig sein)
  • Abmahnungen
  • Bisherige Korrespondenz
  • Gehaltsabrechnungen der letzten 3 Monate
  • Tarifvertrag
  • Betriebsvereinbarung
  • Versicherungsschein Ihrer Rechtsschutzversicherung

Bitte bringen Sie auch unseren Mandantenfragebogen ausgefüllt und unterschrieben zu unserem persönlichen Gespräch mit. Sollten Sie diesen nicht vollständig ausfüllen können, sind wir Ihnen gerne telefonisch oder in unserer Kanzlei behilflich. Bringen Sie lieber zu viele als zu wenig Dokumente zum Beratungsgespräch mit. Wir können dann entscheiden, welche davon wichtig sind.

Im ersten Beratungsgespräch schildern Sie uns Ihr arbeitsrechtliches Anliegen. Ziel ist es, die Sach- und Rechtslage einschätzen zu können und Ihnen einen Rat für das weitere Vorgehen geben zu können oder Ihnen darzulegen, warum eine Verfolgung Ihres Ziels keinen Sinn macht. Sollten Sie Ihre Ziele weiter verfolgen wollen, zeigen wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten und jeweiligen Kosten auf. In diesem Zusammenhang klären wir auch, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, die die Kosten übernimmt, oder einen Anspruch auf Beratungs- bzw. Prozesskostenhilfe haben. Gegebenenfalls werden wir Sie bitten, uns eine schriftliche Vollmacht auszustellen, damit wir uns bei Dritten als legitimierten Vertreter ausweisen können.

Bevor eine kostenpflichtige Erstberatung stattfindet, werden Sie ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine kostenpflichtige Beratung stattfindet. Die Höhe der Kosten für ein erstes Beratungsgespräch richtet sich nach Umfang, Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage sowie nach dem Streitwert. Die maximale Höhe der Erstberatungsgebühr für Privatpersonen liegt bei 190 Euro zzgl. gesetzl. Umsatzsteuer. Bei der Beratung von Unternehmen gibt es grundsätzlich keine Begrenzung der Erstberatungsgebühr. Falls Sie im Besitz einer Rechtsschutzversicherung sind, ist es ratsam, vor der Erstberatung bei Ihrer Versicherung nachzufragen, ob sie die Beratungskosten übernimmt.

In arbeitsrechtlichen Angelegenheiten gilt eine besondere gesetzliche Kostenregelung. Während in anderen Rechtsgebieten der Grundsatz gilt: „wer verliert, muss zahlen“, besteht in außergerichtlichen arbeitsrechtlichen Angelegenheiten und arbeitsgerichtlichen Verfahren erster Instanz auch für die obsiegende Partei grundsätzlich kein Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Rechtsanwalts. Das heißt, auch wenn Sie z.B. als Arbeitnehmer Ihre Kündigungsschutzklage gewinnen oder als Arbeitgeber beispielsweise eine Lohnklage Ihres Mitarbeiters erfolgreich abwehren, die Kosten Ihres Rechtsanwalts haben Sie im außergerichtlichen und gerichtlichen Verfahren 1. Instanz selbst zu tragen.

In der Regel haben unsere Mandanten wenig oder gar keine Erfahrung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere wenn es um die gerichtliche Geltendmachung und Durchsetzung von Ansprüchen geht. Mit unserer Erfahrung, unserem Verhandlungsgeschick und unseren fundierten Kenntnissen im deutschen Arbeitsrecht können wir bestmögliche Ergebnisse für Sie erzielen. Sie können bereits durch unseren anwaltlichen Rat viel Geld sparen, indem z.B. ein aussichtloser Prozess vermieden wird. Zudem erzielen wir z.B. bei Kündigungsschutzklagen oft hohe Abfindungen, die die Anwaltskosten in der Regel um ein weites übersteigen.

Die Kosten einer Kündigungsschutzklage bemessen sich nach dem Streitwert. Für die Berechnung des Streitwertes ist bei Rechtsstreitigkeiten über das Bestehen oder Nichtbestehen oder die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses höchstens der Betrag des für die Dauer eines Vierteljahres zu leistenden Arbeitsentgeltes maßgeblich. Wird einem Arbeitnehmer mit einem Bruttomonatsgehalt von 2.000 Euro ordentlich gekündigt, beträgt der Streitwert bei einer Kündigungsschutzklage also 6.000 Euro. Dabei entstehen Anwaltskosten in Höhe von 1.076,95 Euro (inklusive 19 % MwSt.), sofern es nicht zu einem Vergleich kommt. Im Falle eines Vergleichs (ohne evtl. Mehrwert und Klageerweiterungen) belaufen sich die entsprechenden Kosten inklusive Einigungsgebühr und MwSt. dann auf 1.498,21 Euro. Diese Beträge darf – von Gesetzes wegen – nicht unterschritten werden, und werden daher von allen Anwälten in gleicher Höhe verlangt. Die Gerichtskosten betragen 330 Euro bei einem Streitwert von 6.000 Euro, wobei diese Kosten die Partei zu tragen hat, die den Prozess verliert. Bei einem Vergleich entfallen die Gerichtskosten. In besonderen Fällen kann der Streitwert auch geringer oder höher ausfallen. Eventuelle Klageerweiterungen für zum Beispiel Abgeltung des Urlaubsanspruchs, Erteilung eines Zeugnisses und weiteres erhöhen wiederum den Streitwert und somit auch die Kosten der Kündigungsschutzklage.

Im Arbeitsrecht gibt es zahlreiche Fristen, die eingehalten werden sollten, um Nachteile zu vermeiden. Folgende Fristen sollten Sie unbedingt kennen: 3-Wochen-Frist für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage Bei einer schriftlichen Kündigung müssen Sie grundsätzlich innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung Klage beim Arbeitsgericht erheben, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst wurde. Wird diese Frist versäumt, dann gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam. Haben Sie die 3-Wochen-Frist nicht eingehalten, kann Ihre Klage gegen die Kündigung ausnahmsweise noch nachträglich zugelassen werden, wenn Sie nach erfolgter Kündigung trotz Anwendung aller Ihnen nach Lage der Umstände zuzumutenden Sorgfalt verhindert waren, die Klage rechtzeitig zu erheben.

Ausschlussfristen

In Arbeits- und Tarifverträgen sind oft Ausschlussfristen zu finden. Unter Ausschlussfristen bzw. Verfallfristen versteht man Fristen, innerhalb derer Ansprüche oder sonstige Rechte geltend gemacht werden müssen, damit sie nicht verfallen. Diese Fristen sollten Sie unbedingt kennen und auch einhalten. Nicht selten sind Ausschlussklauseln jedoch unwirksam, sodass eine Geltendmachung auch nach Ablauf der Fristen möglich ist.

Meldefristen

Ist das Ende Ihres Arbeitsverhältnisses abzusehen, beispielsweise weil ein befristeter Arbeitsvertrag ausläuft oder eine lange Kündigungsfrist besteht, sind Sie dazu verpflichtet, sich drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses als arbeitssuchend zu melden. Ist die Kündigungsfrist kürzer als diese drei Monate, so müssen Sie sich innerhalb von drei Tagen arbeitssuchend melden. In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, ob Sie sich gegen die Kündigung gerichtlich zur Wehr setzen. Erfolgt die Meldung nicht oder zu spät kann dies zu einer Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld führen.

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